EnduRAI (Human-centric Multimodal Augmentation in Manufacturing with sEMG and AI) ist ein europäisches Forschungsprojekt, das Technologien der nächsten Generation entwickelt, um das Wohlbefinden, die Sicherheit und die Produktivität der Beschäftigten in der Fertigungsindustrie zu verbessern. Durch die Kombination fortschrittlicher Biosensorik mit künstlicher Intelligenz stellt das Projekt den Menschen in den Mittelpunkt der industriellen Innovation, ganz im Sinne der Vision von Industrie 5.0.
Projektvision
Die Fertigungsindustrie durchläuft einen raschen Wandel, der durch Automatisierung, Digitalisierung und zunehmende Komplexität vorangetrieben wird. Viele der derzeitigen Technologien konzentrieren sich jedoch eher auf Maschinen als auf Menschen, was häufig zu körperlicher Belastung, kognitiver Überlastung und eingeschränkter Inklusion der Beschäftigten führt.
EnduRAI schließt diese Lücke durch die Entwicklung einer menschenzentrierten Augmentationsplattform, die Mitarbeiter in Echtzeit unterstützt. Das System umfasst:
- Oberflächen-Elektromyographie-Sensoren (sEMG) zur Erfassung der neuromuskulären Aktivität
- multimodale KI-Modelle, die Biosignale mit Daten aus der Fertigung kombinieren
- adaptive Schnittstellen und Instrumente zur Entscheidungsunterstützung
Dies ermöglicht sowohl eine körperliche Unterstützung (Erkennung von Ermüdungserscheinungen, ergonomische Unterstützung) als auch eine kognitive Unterstützung (Entscheidungshilfe, adaptive Arbeitsabläufe). Das Ergebnis ist eine neue Generation intelligenter Systeme, die die Leistungsfähigkeit steigern und dabei die Menschenwürde, die Vielfalt und das Wohlbefinden achten.

Zentrale Innovationssäulen
1. Menschzentrierte Biosensorik mit sEMG-
EnduRAI stellt neuartige tragbare Sensoren vor, die die Muskelaktivität in Echtzeit messen. Diese Signale liefern Erkenntnisse über Ermüdung, Stress und die Absichten der Mitarbeiter – was eine frühzeitige Erkennung von Risiken und eine intuitivere Mensch-Maschine-Interaktion ermöglicht.
2. Multimodale KI zur Unterstützung der Mitarbeiter
Durch die Kombination von Biosignalen mit Produktionsdaten entwickelt EnduRAI KI-Modelle, die sowohl den Mitarbeiter als auch die Umgebung erfassen. Dies ermöglicht:
- kontextbezogene Entscheidungsunterstützung
- adaptive Arbeitsabläufe
- geringere kognitive Belastung
3. Partizipatives Co-Design und Inklusion
EnduRAI bezieht die Sozial- und Geisteswissenschaften (SSH) während des gesamten Projekts ein. Mitarbeiter, Führungskräfte und Experten werden aktiv in die Konzeption und Validierung einbezogen, wodurch Folgendes gewährleistet wird:
- Benutzerfreundlichkeit für verschiedene Mitarbeitergruppen
- Überlegungen zu Geschlechterfragen und Inklusion
- Vertrauen und Akzeptanz in realen industriellen Umgebungen
Auswirkungen
EnduRAI leistet einen Beitrag zur doppelten Transformation (grüne und digitale Wende), indem es:
- Verbesserung der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer
- Steigerung der Produktivität und der Widerstandsfähigkeit der Industrie
- Steigerung der Attraktivität von Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe
- Förderung inklusiver und menschenorientierter Arbeitsumgebungen
Das Projekt zeigt, wie künstliche Intelligenz und moderne Sensorik Arbeitnehmer unterstützen können, anstatt sie zu ersetzen, und so eine nachhaltige und wettbewerbsfähige europäische Industrie gestalten.
Finanzierung
EnduRAI wird im Rahmen des Programms „Horizont Europa“ der Europäischen Kommission unter dem Thema HORIZON-CL4-INDUSTRY-2025-01-TWIN-TRANSITION-02 gefördert.
Die Rolle von ZSI
Das Zentrum für soziale Innovation bringt seine Fachkompetenz in folgenden Bereichen ein:
- partizipative Mitgestaltung
- menschenzentrierte Evaluation
- Inklusion und Ethik
- Die Einbindung von SSH in die industrielle Innovation
ZSI stellt sicher, dass die EnduRAI-Technologien nicht nur technisch fortschrittlich, sondern auch sozialen Nutzen bringt, inklusiv ist und mit den europäischen Werten im Einklang stehen.