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13 September 2026

Ansätze aus den Geistes-, Kultur-, und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie kunstbasierter Forschung im ersten deutschsprachigen Handbuch zu Citizen Science (Kapitel)

Die ZSI-Teammitglieder Pamela Bartar und Katja Mayer sind Ko-Autorinnen des an GSK und Kunst und Design orientierten Kapitel des ersten Citizen Science Handbuchs im deutschsprachigen Raum: Hauptautorin Pamela Bartar plädiert im Kapitel für eine erweiterte, experimentelle Citizen Science, die das gesellschaftliche Wissen nicht allein über Datenerhebung erschließt, sondern auch über Erfahrung, Wahrnehmung, Gestaltung und gemeinsames Handeln.

Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) und die Künste eröffnen für eine kollaborative Wissensproduktion dafür vielfältige Perspektiven: Sie untersuchen Kommunikation und Identität, Vergangenheit und kulturelles Erbe ebenso wie gesellschaftliche Strukturen und Muster menschlichen Handelns. Mit ihren kritischen und kreativen Zugängen hinterfragen sie bestehende Denk- und Verhaltensweisen und eröffnen neue Perspektiven auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. Die Ansätze können die partizipative Forschung und die Bürger*innenwissenschaft auf unterschiedliche Weise unterstützen.

Für die Autorin Pamela Bartar steht die Verbindung von Ansätzen aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften mit Kunst, Design und kunstbasierter Forschung Im Mittelpunkt. Dadurch erweitert sich auch die Rolle von Bürgerinnen: Sie sind nicht nur Datenlieferantinnen, sondern können als ko-forschende Fragen entwickeln, Erfahrungen und implizites Wissen einbringen, interpretieren, gestalten und Forschungsergebnisse vermitteln. Methoden wie Storytelling, Design Fiction, Reenactment, Shared und Sound Walks oder SciArt eröffnen dabei Erkenntnisräume, in denen auch Körperwissen, sinnliche Wahrnehmung, Emotion, Imagination und Alltagswissen wissenschaftlich produktiv werden können. Gerade darin liegt das innovative Potenzial: Forschung darf ergebnisoffener und entdeckungsgeleitet sein, neue Fragen hervorbringen und Perspektiven sichtbar machen, die in klassischen Forschungsdesigns leicht übersehen werden. Zugleich betonen die Kapitel-Autor*innen, dass eine solche Öffnung hohe Anforderungen an Reflexivität, Ethik und Inklusion stellt. Machtverhältnisse müssen hinterfragt, unterschiedliche Wissensformen ernst genommen und Beteiligungsprozesse flexibel gestaltet werden.
Pamela Bartar bringt in diese Diskussion ihre langjährige Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Kultur sowie kollaborativ-partizipativer Forschung ein. Aus dieser Perspektive wird Kunst nicht lediglich als Mittel der Wissenschaftskommunikation verstanden, sondern als eigenständige forschende Praxis, die Irritation erzeugt, etablierte Sichtweisen aufbrechen und neue Formen kollektiver Wissensproduktion ermöglichen kann. Citizen Science erscheint damit als sozialer und kreativer Forschungsraum, in dem Wissenschaft und Gesellschaft nicht nur gemeinsam Wissen sammeln, sondern neue Fragen, Perspektiven und mögliche Zukünfte gestalten.

Das Handbuch wurde mit einer Open Access Lizenz veröffentlicht und steht zum Download zur Verfügung…

Literatur-Referenz: Bartar, P., Göbel, C., Henke, J., Herrmann, T., Marizzi, C., & Mayer, K. (2026). Gemeinsam gestalten: Citizen Science mit Ansätzen aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie kunstbasierter Forschung. In T. Herrmann et al. (Hrsg.), Citizen Science – Gemeinsam forschen! Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-69703-0_9