Die Rohstoff- und Energiewende stellt eine komplexe technische und sozio-ökonomische Herausforderung dar, insbesondere für ein kleines Land wie Österreich, das stark von fossilen Energieträgern und kritischen Rohstoffen abhängig ist. Die Sicherstellung einer nachhaltigen Zukunft erfordert eine drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen, leistbare Energiepreise und eine stabile Energiesouveränität. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die gesellschaftliche Akzeptanz von Transformationsprozessen. Doch aktuelle Studien zeigen, dass der Wissenstand über Rohstoffe und geologische Strukturen in der Bevölkerung begrenzt ist. Dies erschwert politische Entscheidungsprozesse, da fundierte Informationen und die Bereitschaft zur Wissenserweiterung notwendige Voraussetzungen für eine breite Akzeptanz sind.
Das Projekt RAA-AT (Resource Awareness and Acceptance among the Austrian Population) setzt auf ein multimethodisches Untersuchungsdesign, um eine fundierte Datenbasis für Bewusstseins- und Bildungsmaßnahmen zu schaffen, die den Transformationsprozess unterstützen.
Neben einer quantitativen Erhebung des Wissensstandes der Bevölkerung über Rohstoffe und geologische Strukturen sowie Identifikation von Wissenslücken und Akzeptanzfaktoren, einer Analyse der medialen Diskurslandschaft hinsichtlich der Darstellung der Rohstoffwirtschaft in traditionellen Medien, sozialen Netzwerken und kommunalen Initiativen, und der Identifikation und Anpassung bewährter nationaler und internationaler Best Practices zur Förderung des Rohstoffbewusstseins, werden auch Bildungsangebote für Schüler*innen und Lehrpersonen, sowie die Fördermechanismen innerhalb der FFG-Strukturen evaluiert und praxisnahe Handlungsempfehlungen für Politik, Bildung, Industrie und Medien zur nachhaltigen Steigerung des Rohstoffbewusstseins entwickelt.
Das ZSI, in Kooperation mit dem Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, evaluiert qualitativ bestehende Bildungsangebote für Schüler*innen und Lehrkräfte zum Thema in Österreich, unter besonderer Berücksichtigung der Integration außerschulischer Lernorte (Museen, Industrie), und untersucht Fördermechanismen innerhalb der FFG-Strukturen zur Unterstützung innovativer Bildungsformate.