Weitere Beispiele verdeutlichten die Schnittstellen zwischen offener, frugaler und sozialer Innovation. Frugale Innovation wird als nutzerorientierter Ansatz beschrieben, der auf wesentliche Funktionen reduziert, ressourcenschonend ist und sowohl im globalen Süden als auch in Industrieländern Anwendung findet. Mit Initiativen wie Open Hardware Projekte oder makerspaces in Bibliotheken – wie im aktuellen Projekt make-a-thek – illustrierte Barbara das Potenzial offener Innovationsökosysteme für Nachhaltigkeit, Teilhabe und lokale Problemlösung.
Der Vortrag betonte, dass offene Innovationsprozesse lokale Bedürfnisse besonders gut adressieren. Sie strich hier auch die starken Parallelen zu Citizen Science hervor, die insbesondere in bidirektionalen Wissensflüssen, Gemeinwohlorientierung und sinntragender Beteiligung bestehen. Gleichzeitig wies sie auf strukturelle Barrieren hin: Offenheit garantiert keinen gerechten Zugang, und viele Initiativen verhalten ohne geeignete Rahmenbedingungen auf der rein lokalen Ebene. Für Skalierung und systemischen Wandel sind Netzwerke, institutionelle Unterstützung, rechtliche Rahmenbedingungen, breite Bewusstseinsbildung und Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft entscheidend. In diesem Zusammenhang stellte Barbara auch die Idee eines „Societal Readiness Level“ als Ergänzung zu technologischen Reifegradmodellen vor.
Abschliessend positionierte die Keynote Citizen Science als potentiellen Treiber sozialer Innovation, betonte jedoch bestehende Herausforderungen hinsichtlich Anerkennung, Policy-Integration und Wirkungsskalierung. Das zentrale Argument lautete, dass offene, inklusive und nutzergetriebene Innovationsprozesse wesentlich zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen können und daher strategisch gestärkt werden sollten.